r-aus aus Russland und

rein in die Ukraine, der Kornkammer Europas. Die Symbolik spiegelt sich in der Flagge wider, blauer Himmel, gelbe Kornfelder…

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Lange Wartezeiten an den Grenzen schocken uns nicht mehr, nach schon 3 ½ Stunden bei 35° und eher Stillstand als Bewegung, die Grenzer in Sicht, die geduldigen Störche über uns, reisen wir erwartungsschwanger in die uns völlig unbekannte Ukraine – und sind angenehm überrascht. Tatsächlich finden wir endlose Getreide- und Sonnenblumenfelder, unterschiedliche Baumarten und bunte Wiesen. Unweit der Grenze bleiben wir auf einem Hotelparkplatz stehen, heiß, hässlich, eng, manchmal hat man eben keine Wahl.

Nach knapp 400 km kommen wir in Kiew an, der Hauptstadt der Ukraine, und sindIMG_2804 entsetzt von allem: schlechte Straßen, heruntergekommene Häuser, Obdachlose und Armut, rücksichtslose Verkehrsteilnehmer. Ziemlich entnervt finden wir unseren
Stellplatz, glücklicherweise ganz in der Nähe einer Rennstrecke für röhrende Autos und knallende Motorräder, grauenhaft! Eigentlich haben wir auf die für morgen geplante Stadtbesichtigung überhaupt keine Lust.

 

IMG_2862Wie beeindruckend ist dann der Morgen! Mit einer engagierten und gut informierten Natascha mäandern wir stundenlang durch die Stadt, die gar nicht mehr schrecklich ist.

IMG_2843IMG_2838IMG_2848In der Wladimir-Kathedrale findet eine Messe statt, die gut besucht ist. Ein kräftiger, schwermütiger Chor singt, die Gemeinde singt mit, küsst die Maria-Bilder, und an der Eingangstür kann man die ganz blankgeküssten Fußspitzen eines Heiligen gut erkennen!

Besonders eindrucksvoll aber ist der Majdan, der ‚Platz der Unabhängigkeit‘.         IMG_2851      Hier demonstrierten im Winter 2013/14 bis zu 2,5 Millionen Menschen friedlich für den Rücktritt der Regierung und von Präsident Janukowytsch und gaben gleichzeitig ihren Unmut über seine Nichtunterzeichnung des Assoziierungsvertrages mit der EU kund; innenpolitisch richtete sich der Aufstand gegen die hohe Arbeitslosigkeit, die Korruption und die wahllose Polizeigewalt. Er wurde dann bekannt blutig niedergeschlagen. Noch heute befindet sich die Ukraine zwischen den Macht- und Wirtschaftsinteressen der EU (und NATO) und der Russischen Föderation, was durch die Zugehörigkeitsbedürfnisse  der Bevölkerung im Verhältnis 1:1 nicht leichter wird. Überall stehen Blumen und Gedenktafeln, brennende Kerzen, Fotos der getöteten Demonstranten stehen entlang der

Straße, auf der die ersten Schüsse fielen. Die meisten Kiewer, die an den Bekundungen teilgenommen haben, können sie immer noch nicht befahren, das Blut, das darauf geflossen ist, ist noch immer zu präsent und schmerzt sie nach wie vor.

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IMG_2834Während der Rückfahrt im Bus erzählen mir die Zwillinge Geschichten…! Der Tag heute

begann mit einer Geburtstagstorte und endet mit einem langen Abend auf einer Wiese, zu der wir später aus Lärmgründen noch gewechselt sind.

Etwas später als üblich geht’s weiter in Richtung Lviv bzw. Lemberg. Eine wuselige, IMG_2916quirlige, baudenkmalreiche, noch immer verstaubt wirkende Stadt mit Kathedralen, vielen kleinen Cafés und Flair. Da man merkt dann, dass es eine Studentenstadt ist!IMG_2882

IMG_2887An der Klosteraußenwand stellen Kinder ihre Anschauung von Kirche und Glauben dar.

IMG_29226 Stunden schauen wir uns so viel wie möglich an, bevor wir einigermaßen fußlahm IMG_2903zurück fahren. Es ist nun der allerletzte Abend, und wir werden in ein wunderschön gestaltetes und typisch ukrainisches Restaurant mit traditioneller Musik eingeladen. Hier geht sie zu Ende, die für uns ungewöhnliche, interessante, gemeinsam-individuelle Expedition, die völlig reibungslos und ohne nennenswerte Zwischenfälle verlaufen ist. Wenn ich mich erinnere, mit welch massiven Bauchschmerzen und Bedenken wir angetreten sind, dann sind wir heilfroh, dass wir’s erlebt haben! Schön war’s. Sehr.IMG_2014

 

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3 Kommentare zu “r-aus aus Russland und

  1. Gilching den 9.8.17 Liebe Cornelia, ,lieber Gerhard Nun habt ihr es bald geschafft. Das war eine wirklich, von unserem zurückgebliebenen Standpunkt aus betrachtet, wirklich beeindruckende und außergewöhnliche Reise, die euch sicher noch oft beschäftigen wird. Das wird nur wenigen Zeitgenossen geboten. Besonders befriedigend, daß alles eigentlich ohne besondere Schwierigkeiten und vor allem ohne ernste Beschädigungen verlaufen ist. Und wie geht es jetzt auf dem letzten Teil der Reise weiter? Wählt ihr die Nord- oder Südroute? Sollte euch der Weg durch Gilchingstan führen, könnt ihr natürlich zu jeder Tages- oder Nachtzeit bei uns klingeln. Aber das liegt natürlich ganz an euren Notwendigkeiten. Den abendfüllenden Film über eure Reeise werden wir doch sicher auch einmal zu sehen bekommen (wenn ihr euch genügend erholt habt?) . Also weiterhin Bon Voyage bis zum nächsten Mal mit herzlichen
    Grüßen eure
    Heeinz und Claudia.

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  2. Ja ,ich fand es auch sehr schön und interessant, Ihre Berichte zu lesen und Fotos zu gucken!
    So bin auch Ich heilfroh, dass Sie die Reise gemacht haben.
    Bis bald im schönen Neukirchen!
    Maria Quack

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  3. Da verdrücke ich mir glatt ein Tränchen bei den letzten Worten!
    Ja! Schön wars! Auch für uns alle, die mitlesen, mitfahren, mitgucken, mitstaunen, miterleben durften!
    Danke für euren tollen Blog!!!

    „Gute Weiterfahrt“ lohnt jetzt nicht mehr.
    Aber: Schön, dass ihr wohlauf wieder zu Hause angekommen seid! Ich freue mich auf Sonntag! 😘😘

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