buschgrün…

ist nicht nur mein wunderbarer Baumfarn, sondern auch die Hoffnung auf Internet und Neues!fullsizerender
Wennze Blog schreiben willst, brauchste Strom und Data. Beides finden wir nur sehr selten. Wir haben zwar eine neuseeländische SimKarte gekauft und in Hitten’s Handy (=hot spot) gebaut, allerdings hat die nur 1 Gig für 4 Wochen. Strom gibt’s nur auf richtigen Campingplätzen, die wir eigentlich gar nicht brauchen, da wir ja ’selfcontained‘ sind. Mich wurmt es ein bisschen, aber was nicht geht …! Kommt Zeit, kommt Strom, kommt Data, bleibt Hoffnung!

Wir packen unseren Krimskrams zusammen und entscheiden uns, nach Gisborne zu hoppeln. Über hubbelige, kurvige und enge Bergsträßchen geht’s auf dem Pacific Coast bis fullsizerenderWhangara, wer kennt es nicht ?, wieder ans Meer. Dort sammeln sich die Surfer und warten auf die perfekte Welle. Über Pouawa,  Tatapouri, Makoroni und Wainui tut sich plötzlich eine großzügig angelegte Stadt, Gisborne eben, vor uns auf. Wir finden einen Parkplatz fürs Auto und stromern durch die Straßen. Mäckes gibt’s auch, wir versuchen vergeblich, uns ins freie WLAN einzuloggen, wie ärgerlich! Dafür bringen uns Coffee und Iceteafullsizerender stramm nach vorn! Es ist noch früher Nachmittag, wir wollen nochmal zum Surferstrand. Es stürmt wie die Hölle, da bleibt kein Stühlchen stehen. Die KiwiFamilie hat uns dringend geraten, solange wie irgend möglich, auf der Südinsel zu bleiben. Wir checken die Zeit, die uns noch bleibt und die Kilometer, die bis zur Fähre in Wellington noch vor uns liegen. Wir sind uns schnell einig, lieber schon ein Stück in diese Richtung zu gehen. Vorbei an ungewöhnlichen Hinweisschildern kommen wir zur Halbinsel Mahia, ursprünglich eine Insel, durch Sandanschwemmungen wurde sie mit dem Festland verbunden. Schwarzer und weißer Strand, wahlweise der Blick zur Hawke Bay oder Poverty Bay (diese benannt von James fullsizerender-71Cook, der dort nur Feuerholz fand). Es bläst und das Auto wackelt bedenklich, es schiebt uns
fullsizerender-60 vorwärts nach Napier. Daisy, ein Freund der Kiwis, empfahl uns ein Plätzchen am Clive River in Clive. Wir sind begeistert, wieviele schöne Stellmöglichkeiten, oft ausgestattet mit Bänken und Toiletten, zur Verfügung gestellt werden. Bootsfahrer lassen ihre unterschiedlichsten Kähne zu Wasser, hinten dran fullsizerender-75ne Luftmatratze mit Kindern oder n Wakeboard und ab gehta. Unglücklicherweise macht Hitten sich ein Brot. Mit Tomate und Feta. Aber ohne Pfeffer, den hat er erstaunlicherweise vorher flächendeckend auf dem Boden verteilt. Warum? Ich hab‘ keine Ahnung. Und es sieht schwer danach aus, dass auch er selbst (oder Lui- Même, wie er sich bisweilen zu nennen liebt) nach
einer Antwort sucht. Wir verbringen einen ruhigen Abend ohne Mücken und Wind.

Napier wurde 1931 durch ein schweres Erdbeben fast vollständig zerstört. Der teilweise originalgetreue Wiederaufbau spiegelt die neuseeländische Tatkraft wider. Die Stadt gab sich aufgrund der hohen Konzentration des Art déco- Stils den Beinamen ‚ArtCapital of the World‘. img_4673

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Bis zur Mitte der 30-ger Jahre beinhaltete die Bedeutung von Art déco drei Hauptideen:     1. Kraft und Nutzen des Maschinenzeitalters 2. Überwindung alter Konventionen 3. Emanzipation der Frau. Pastelltöne, Darstellungen freizügiger Frauen und Design von

Kühlerfiguren, Reklameschildern etc. sind Ausdruck dieser fullsizerender-66Denke. Viele Stunden verbringen wir mit dem Spazieren am Meer entlang auf der Marine Parade, einer Pinien gesäumten Uferpromenade, durch die Straßen mit netten Geschäften und Kneipen, T-Shirt-Käufen und Leute- und GebäudeSchauen. Heute Abend wissen wir, wo wir schlafen werden! Down by the riverside! Es weht zwar wieder ein wirklich starker Wind, aber wir können das AutoKraft so abstellen, dass wir im Windschatten unser allabendliches Kaltgetränk nehmen können!

Wer eine Dusche hat, darf sie auch benutzen! Hitten startet die technischen Voraussetzungen und darf auch als Erster ins übersichtliche Bädchen. Begeistert vom erfolgreichen Handeln fühlt er sich wie ein Neuer – und riecht auch so! Ich bin dran und kann seine Aussage nachempfinden! Bevor wir Napier ganz verlassen, können wir auf einem öffentlichen Parkplatz, der auch als Übernachtungsplatz für nicht komplett ausgebaute Autos zugelassen ist, Abwasser entsorgen und Frischwasser tanken. Mit gutem Gefühl also weiter nach Wellington. Bis Hastings führt der Highway am Meer entlang, danach ca. 280 km über eine gut zu befahrende Straße durchs Inland bis nach Wellington. Wir kommen automatisch zum Hafen und wollen fragen, wann wir ein Schiff der Islander-Gesellschaft nach Picton auf der Südinsel buchen können. Sagt doch da die TicketVerkäuferin, dass wir in 40 Minuten einsteigen können, die 17 Uhr-Fähre sei nicht ’so popular‘! Wir erstehen eine günstige Überfahrt, Lyn, der Freund der Kiwis und

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Vermieter unseres Autos, ist Mitglied im hiesigen vergleichbaren ADAC. Die Fähre ist nicht voll, wir hoppeln in die 2. Etage und erwarten eine dreistündige Seereise, Vorbeifahrt an der Skyline der Hauptstadt, der Halbinsel Miramar und an vulkanischen Felsen. Nachdem wir die Nordinsel auch visuell verlassen haben, nutzen wir die Gelegenheit, in der Caféteria ein Sandwich zu snacken, wir wissen, es wird heute Abend spät werden. Die

Südinsel kommt immer näher, wir sind beeindruckt von den vielen Fjorden, durch die wir langsam stampfen. Die Landschaft ist vielgrünfältig und wild. Als wir von Bord gehen versuche ich, in unserem Atlas einen Schlafplatz zu finden. Eine enge, haarnadelkurvige Bergstraße führt uns erst vom, dann wieder zum Meer, ein Stellplatz, den wir finden, ist nur für 6 Autos gestattet – wir sind Nummer 7. Am Ende finden wir gegen 22 Uhr einen Camping auf der Wiese, bekommen warme Muffins zum Empfang und sind froh, einen unerwartet langen Tag beenden zu können.

Um weiter ohne Probleme unabhängig sein zu können, bedarf es eines ergiebigen Einkaufs! Nelson, die nächst große Stadt, ist nicht allzeit entfernt und liegt auf unserem Weg zur Nordspitze. Ein bestens ausgestatteter ‚Countdown‘, einer unserer LieblingsSupermärkte, hat fast alles, die Fußbank, die wir am ersten Tag schon verloren haben, gibt’s da allerdings nicht! Macht halt nix. In einer riesigen Mall können wir glücklicherweise in einem Spark, dem Pendant zu Telekom, unsere SimKarte mit 3 Gig aufladen und sind zufrieden mit den Erledigungen. Eigentlich wünschten wir uns für heute einen Tag zum Ausruhen, dazu müssen wir jetzt einen Platz suchen, der zumindest über Strom verfügt. Dieses Auto hat keine Solarpanels, das heißt, die Batterie muss durchs Fahren täglich geladen werden und tut’s nicht mehr, sollten wir länger als einen Tag fest stehen. Nach mühsamer Suche, die Plätze, die wir sehen, sind hoffnungslos überlaufen und leider extrem häßlich, stoßen wir auf ‚The Barn‘, einen hauptsächlich von

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Das erste Auto von rechts ist unserer!

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img_4742Backpackern genutzter Camping inmitten von Pinien, Cabbagetrees (heißen Salatbaum…) und anderem Grün. Und, wir können 10 Giga für 5$ erstehen! Mitten auf einer Wiese mit Blick über und der Ebbe folgende kleine Sandläufe und Sandbänke parkieren wir und fühlen uns superb! Fast. Hitten, als kleinsttierliebender Geselle, hat schnell Hautkontakt zu ihnen, was sich in RotFleckenPest nicht so schnell übersehen lässt! Armer Tropf.

Ich hatte lange schon nicht mehr Rücken. Aber heute. Egal, wird schon werden. Frühstück fullsizerender-92fällt irgendwie aus, wir kümmern uns ein bisschen ums Wäschewaschen und sonstige Unwichtigkeiten wie Internet und Blog. Wäsche funktioniert, der Rest ist genauso ätzend

oder BiesterHautSeuche. Bilder werden nicht geladen, Texte nicht gespeichert, aber die Laune hält! Noch. Während ich mich ComputerProblemen, meiner großen,nichtswissenden HassLeidenschaft hingebe, erforscht der Mann die Umgebung.fullsizerender-85Ich wechsle zwischen Liegen und Sitzen, Rumlaufen geht nur krumm. Am Ende gebe ich fullsizerenderauf in der Hoffnung , dass all das Geschriebene, was laut Computer zwar nicht gespeichert wird, vielleicht doch nicht im unergründlichen Datengewirr verloren geht.

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Das Frühstück ist mittlerweile traditionell – dank Meg&Ian! Toast mit Avocado, Tomaten  und Feta,  fullsizerenderPfeffer&Salz drüber, lecker! Der Rücken hat sich beruhigt, Ibu sei Dank. Wir haben uns entschieden, den Blog schomma abzuschicken, auch wenn es weniger Fotos gibt. Vielleicht kommt ein bebilderter Nachtrag. Bude aufräumen ist schnell erledigt, Hitten spült und ich mach mich unnützlich.

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3 Kommentare zu “buschgrün…

  1. Gilching den 31.01.17
    Liebe Cornelia,lieber Gerhard
    Habt vielen Dank für das neue Kapitel eurer Reise an das (fast-)Ende der Welt. Ist schon eine tolle Vorstellung, daß man trotz der riesigen Entfernung innerhalb weniger Stunden schriftliche Nachrichten inclusive toller Bilder von euch erhalten kann. Genießt ihr dieses Losgelöstsein von den täglichen Belästigungen und Incommoditäten der europäischen Zivlisation und Bürokratie? Wir erfreuen uns gerade u.a. mit den Vobereitungen für die Erstellung der Einkommensteuer-Erklärungen (2mal) und Erstellung der Mietnebenkosten für 2 Häuser mit 5 Mietern , mit dem Erwerb und Anschluß einer neuen Geschi rrspülmaschine u.s.w. u.s.w Wir stellen uns vor ,daß ihr inzwischen auf der Südinsel eingetroffen seid und reichlich schöne und neue Eindrücke sammeln könnt. Die von euch genannten Orte können wir leider auf unserer unzureichenden Karte nicht finden. Die zahlreichen Autos und Wohnmobile auf einem eurer Fotos sind das alles Neuseeländer oder Urlauber von weit her? Übrigens, bis zum Südpol sind es nur noch lächerliche ca. 4000 Km. Aber jetzt erforscht erst mal Neuseeland und denkt noch nicht an die Heimreise. Weiterhin viel Glück! Bis zum nächsten mal viele Grüße
    von euren Zurückgebliebenen
    Heinz und Claudia

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  2. Ich bin immer wieder platt wie schön das da ist.
    Hoffe dem Rücken geht es wieder gut und die Mücken haben sich verzogen.
    Lasst es Euch noch gut gehen..
    Stefan

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  3. Dabei habt ihr doch so ein tolles Gerät zum Aufladen…oder ist es nicht dabei? 😉
    Wie immer lesen sich eure Berichte wie von selbst, die Fotos laden zum träumen ein und man kann oft insbesondere gerne herzlich lachen…. ich bin wieder infiziert. Ja ich hänge ein paar Tage zurück, aber ihr werdet sehen, wie schnell ich das aufhole 🙂
    Alles Gute euch, busssiiii

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