Advent, Advent, die Sonne brennt…

Aus situationsbedingten Umständen muss ich das Lied umdichten. Zur Bestätigung des Tragens von Socken in Sandalen, also in Tevas, füge ich Beweisfotos bei. Zu erkennen sind deutliche Brandblasen auf 10 Zehen, bedingt durch die Einnahme eines Antibiotikums und gleichzeitigen Wanderns in der Sonne.

Dass es zu diesen Reaktionen kommen kann, war mir wirklich nicht bewusst. Socken zumindest ermöglichen uns, ein bisschen draußen rumzulaufen, was wir dann auch tun. Es gibt nette Wege am See entlang, FullSizeRenderFullSizeRenderwir begeistern uns immer mehr für die offene und weite Landschaft. Hitten findet eine Sonnenbrille von Ray Ban, der zweite Fund, vorher war’s ein Stockholmführer, der leise in unseren Besitz überging. Die Brille lassen wir liegen in der Hoffnung, der Besitzer erinnert sich an den Ablageort. Wir gehen einkaufen und stellen erneut fest, dass Vieles, was wir bislang zu den angeblichen sehr Preisen in Schweden hörten, für uns nicht nachvollziehbar ist. Nicht nur, dass es ein phantastisches Angebot an frischem und geräuchertem Fisch zu absolut zivilen Preisen gibt, Obst, Gemüse, Fleisch oder Milchprodukte sind genauso teuer wie bei uns – wenn nicht sogar günstiger. Dazu kommt eine riesige Auswahl an köstlich aussehenden Fertiggerichten, die warm in der Theke ausliegen. Einheimisches Gemüse, wie z.B. Tomaten oder sogar Pfifferlinge, sind sogar deutlich günstiger als in Deutschland. Die häufig empfohlene Vorratshaltung finden wir unnötig, bestenfalls trifft sie auf Wein zu, wobei wir auch da nur geringe Unterschiede feststellen können. Das nur nebenbei. Abendessen, Buch und Ende.

Es ist Sonntag, der WasaLauf scheint beendet, es herrscht eine angenehme Ruhe. Nach dem Frühstück fahren wir nach Nusnäs,

einem kleinen Dorf dieser Region Dalarna. In einer Manufaktur werden die für hier bekannten Holzpferdchen in Handarbeit geschnitzt und bemalt. Früher war es die Beschäftigung der im Winter im Norden arbeitenden Schweden, um in den kalten Abendstunden aus Holzabfällen ihren entfernt wohnenden Kindern eine Freude zu bereiten. Noch immer wird diese Tradition von zwei Brüdern aufrecht erhalten. Weiter geht’s an der Nordküste des Siljansees entlang nach Rättvik. FullSizeRenderDort kann man auf einem Aussichtsturm FullSizeRendereinen Überblick über den See, der vor 300 Mio. Jahren durch einen Meteoriten entstanden ist, mit seinen teilweise steilen Uferabschnitten gewinnen. Unterwegs kommen uns etliche alte amerikanische Autos entgegen und wir erfahren, dass 80 km nördlich von hier ein riesiges AmiKistenOldtimerTreffen ist. Eine Stunde später sind wir mitten drin im Getümmel um die auf Hochglanz gewienerten Automobile. Ihre einzige Aufgabe scheint zu sein, die einzige Straße durch den Ort rauf und runter zu fahren! Es riecht nach Sprit und Öl und Schnaps.

Nachdem wir hunderte Kisten mehrmals gesehen haben beschließen wir, nicht bei den sukzessive betrunkener werdenden Fahrern und Beifahrern zu bleiben und kehren zurück ins beschauliche Mora.

Es wird Zeit, endlich etwas Anderes zu entdecken.

Etwa 10 km nördlich entlang der E45, die Schweden von Göteborg nach Norden fast komplett durchzieht, kommen wir zum Hamra Nationalpark. FullSizeRenderEs ist der Urwald in einer Moorlandschaft, noch nie wurde da eine Säge oder Axt eingesetzt. Stundenlang wandern wir über Bäche, kleine Weiher und eben Moore, die oft auf dicken Holzplanken überquert werden müssen. FullSizeRenderDu hörst nichts außer vereinzeltem Vogelgezwitscher, dem Plätschern des Wassers und deinen eigenen Schritten. FullSizeRender

IMG_1981

FullSizeRenderDer Himmel wird schwarz und es gibt einen gewaltigen Guss, der uns keineswegs aus der Fassung bringt! Wir sind patschnass, egal, es gibt noch so viel um uns herum, was uns begeistert. Seien es Hinweise auf ehemalige Meiler oder die Verhaltensregeln, sollte dir der Bär begegnen oder die Vielzahl an Pilzen und Waldbeeren oder einfach die stillen Seen.

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Skulptur Natur

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Natur Skulptur

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AusnahmeSägeWeg

Das Auto können wir auf einem kleinen Parkplätzchen mitten im Wald abstellen, natürlich gibt es dort eine Trockentoilette und einen Grillplatz. Wir sind schnell entschieden dort zu übernachten.

FullSizeRenderBeim Frühstück beschließen wir, ein paar Kilometer weiter nochmal ins Moor zu wandern, es gibt einen Aussichtsplatz, von wo aus man mit Glück Elche und Birkhühner beobachten kann. Die haben wir zwar nicht gesehen, über Holzbohlen und durch Dickicht sind wir allerdings auch so geklettert. Auch hier finden wir die für diese Gebiete typischen Gräser, Flechten und Moose. Gräser über Flechten über Moos.

Schweigend folgen wir den Wegweisern, jedes Wort stört diese Stille, und es tut richtig gut. Später stellen wir fest, dass das genau die Vorstellung von Schweden ist, die wir die ganze Zeit vorher auch schon hatten. Natürlich gehören Städte wie Göteborg oder Stockholm dazu, das, was wir aber suchen, sind die Urwälder, Wälder,
und Berge. Und, die Nationalparks ermöglichen uns ein bisschen die Einblicke in diese Träume. Der unweit entfernte Sånfjället Nationalpark, das skandinavische Hochgebirge, ist das nächste Ziel. Parken und Loslaufen.

Diesmal sind die Wege eher felsig und etwas unwegsamer, dennoch läßt es sich für selbst mich als Latschenträger sturz- und umknickfrei bewältigen. Hitten macht ein Feuerchen für den Grill an der Hütte, ich bereite das Fleisch vor, und schon nach 2 ½ Stunden können wir dann essen…! Lecker ist es trotzdem!

Ein Kommentar zu “Advent, Advent, die Sonne brennt…

  1. Gilching,den 17.8.16

    Liebe Forschungsreisende.
    Ich geb’s auf.Ich habe mich bemüht, euren gegenwätigen Standort einigermaßen zu bestimmen, es ist mir nicht gelungen. Mein Kartenmaterial ist einfach unzureichend Ich vermute euch irgendwo im Bereich von 61°/62° N , kann aber keine nähere Ortung zuwege bringen.Die aus eurem heutigen wieder sehr informativen Brief hervorgehenden Ortsnamen wie Voxna ,Furudal,Siljansee oder dgl. sind auf meinem Atlas unauffindbar, leider. Ich kann mir aber an Hand eurer Bilder vorstellen, daß ihr euch wie Forschungsreisende vorkommen müßt, tolles Gefühl! Seid ihr noch in Schweden oder schon in Norwegen? Wollt ihr nach Trondheim und dann weiter nacch Norden bis zum Nordkap? In Gedanken bin ich bei euch und genieße diese tollen Landschaften. Habt ihr die 2000er schon hinter euch? Mit so einem tollen Fahrzeug muß das schon einen gewaltigen Spaß machen. Erreichen euch denn unsere Kommentare überhaupt? Das ist schon eine tolle Sache was die moderne Technik möglich macht. Was du, liebe Cornelia uns über deine Fuaßerln mitteilst ist hoffentlich keine zu große Belastung. Mit der UV-Strahlung ist halt nicht zu spaßen, wir wünschen baldige gute Besserung. Weiterhin viel Glück und gutes Wetter und wir freuen uns wieder von euch zu lesen und zu sehen

    Euer
    Heinz und Claudia

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