Knapp vor bei ist auch daneben…

 

Der letzte Blog war fertig, damit fiel zwar die Hauptmahlzeit aus, aber zu Ende war der Abend noch lange nicht!

Mit Annett und Hans, einem Ehepaar aus den Niederlanden, haben wir schon vor 2 Tagen nette Gespräche über Fahrradträger, Marokko und StockholmErlebnisse geführt. Heute kommen sie rüber und interessieren sich für unseren Katadyn, FullSizeRenderein geniales Gerät in Form einer Handpumpe zum Filtern von jeglichem Wasser zu Trinkwasser nach deutschem Standard. Es entfernt Schwebstoffe, Bakterien und Viren bis zu einer Größe von 1 Mikrometer und sogar Geschmacksstoffe. Gern erklären wir ihnen das einfache System, das uns von Wanda und Jörg mit jahrelanger Afrikaerfahrung ans Herz gelegt wurde und führen es natürlich vor. Nix kostspielige Entkeimungsanlage etc., klein, günstiger und effektiv geht’s genauso! Da wir ja ein GroßraumMobil haben, so ist es kein Problem, die beiden zu einem – oder doch mehreren Gläschen Wein im Sitzen einzuladen! Nach einigen Stunden, mindestens so vielen Gläschen und noch mehr Lachen ist’s schon morgen, wir wollen alle vor 9 Uhr aufbrechen, also beenden wir diesen richtig schönen Abend.

Müsli, Kaffee, fertig. Wir schauen uns noch schnell den Bus mit selbstentworfenem Ausbau von Annett uns Hans an und machen uns auf den Irrweg aus Stockholm. Ein Navi hilft durchaus, wenn’s denn richtig zügig reagieren könnte, ebenso sind Straßenschilder nicht schlecht, wenn sie aufgestellt wären. Nach Fluch und Zeter finden wir, dem Kompass und der Langsamkeit und Was-auch-immer sei Dank, endlich den Weg nach Norden! Über die Universitätsstadt Uppsala biegen wir in Gävle westlich vom Meer ab Richtung Siljansee. Und endlich gibt es das Wetter, das man aus Schweden kennt: Sturm und rrrrichtig Regen! Wir erreichen Falun, das ehemals größte Kupferbergwerk der Welt. In ganz Europa wurde das dort gewonnene Kupfer für Kirchtürme, Schlossdächer und Münzen verwendet. FullSizeRenderRote Holzhäuser sind ja für Schweden typisch und galten lange Zeit als Symbol für Status und Wohlstand, mittlerweile ist aber der Anstrich aus Falun flächendeckend immer beliebter. Eigentlich ist der Plan, die alten Stollen des Bergwerks anzuschauen, aber in Anbetracht des Dreckswetters zotteln wir weiter. Einem Tipp folgend finden wir ein traumhaftes Plätzchen: N 61°12’01.4“ E 14°53’49.7“!

 

Wir installieren uns und sind hellauf begeistert, so etwas haben wir doch die ganze Zeit gesucht! Nach dem Essen stellen wir fest, dass wir hundemüde sind, wollen aber noch auf Janno’s Information warten, dass er nach seiner regenreichen Zugspitzbesteigung wieder gut zu Hause angekommen ist. FullSizeRender bleibt Kind, da helfen auch keine Jahre! Ok, wir schreiben ihm ne Nachricht, die er nur kopieren muss und an uns zurückschicken kann – was er dann irgendwann auch macht! Bei
7 Grad Außentemperatur machen wir die Heizung an, lassen es einmal kurz aufwärmen und gehen mit Brille und Buch ins Bett.

Gegen 6 Uhr macht Hitten die Heizung an, bei 3 Grad draußen und 12 drinnen finden wir’s trotz des Sonnenscheins durchaus vertretbar 😉 ! FullSizeRenderFullSizeRenderWelch ein herrlicher Ausblick aus dem Bett! Es scheint uns alles fast unwirklich, is aber so. Intensiv reift der Gedanke, duschen zu gehen. Das bedeutet, alles im kleinen Bädchen vorbereiten, Vorhang rundum zuziehen, damit das Wasser in die Dusche und nicht außerhalb durchs Auto läuft, anschließend Vorhang trocknen, Boden trocknen, Wände trocknen, abschließend alles wieder in den Ursprungszustand zurückfriemeln. Klingt kompliziert, ist es eigentlich nicht, es ist halt nur eng. ABER: es geht auch anders: durch die Heizung wird auch der Warmwasserbeuler mit erhitzt. Und DAS bedeutet, Handtücher hinters Auto schaffen, Hecktüren auf, Schlauch anschließen, Buxe aus, Wasser marsch! IMG_1837 Eine großartige LuxusNeuerung! Genial, die Erfindung der Außendusche! Wohlriechend und erfrischt (ja!!) frühstücken wir und beschließen, erst mal einen Ausflug ins 30 km südwestlich gelegene Mora am Siljansee zu machen. An einer Tankstelle dürfen wir Wasser auffüllen, damit ist für ein weiteres ungewisses Unterfangen alles vorbereitet. Unmittelbar am See gibt es wieder einen Platz,
der zum Bleiben einlädt, was will man da schon anderes tun! Ein Spaziergang durch Mora erweist sich als ziemlich überflüssig, egal, dafür ist der Weg entlang des Sees umso hübscher.FullSizeRender

FullSizeRenderHitten ersteht einen Rucksack, der eigentlich nur den Teilnehmern des morgen stattfindenden Radrennens, dem Wasalauf, zusteht. Was soll der arme SäckeVerteiler auch tun, wenn da ein großer, leicht ergrauter Hüne steht und auf englisch fragt: ‚was, außer Radfahren, muss ich tun, um solch einen Rucksack zu bekommen?’ Nach kurzer Beratschlagung mit Kollega wird die rote Sache, eine Art Plastiktüte mit 2 Strippen fürs Schultern (geschätzter Wert: <12 Cent) über den Tisch geschoben… Das für diese Gegend bekannte Dalarna-Pferd steht in beachtlicher Höhe am See.

Vorbei an ein paar netten Kunstwerken finden wir bequem den Weg zurück

Ein Kommentar zu “Knapp vor bei ist auch daneben…

  1. Gilching,Freitag, den 12.08.16
    Aus Gründen der Gleichberechtigung:
    Liebe Cornelia, lieber Gerhard
    lieber Gerhard, liebe Cornelia.
    Welche Überraschung, so eine Riesendichtung mit so zahlreichen sehr schönen und eindrucksvollen Bildern! Und nur einen Tag später wieder eine Nachricht. Da waren wir mit der Beantwortung leicht überfordert, weil wir auf anderen Betätigungsfeldern aktiv sein mußten. Allein der Augenarzt in München hat mehr als einen ganzen Tag beansprucht. Wir mußten mit der Bahn fahren, weil man ja nicht weiß, ob man nach der Behandlung/Consultation wegen evtl. Tropfen noch fähig wäre mit dem Automobil zu fahren. dann kam noch der Optiker, und was zu essen braucht der Mensch ja auch, uusw.usw. Ich versuche natürlich auf Grund eurer Angaben den Verlauf eurer Entdeckungsreise nachzuvollziehen, was jedoch garnicht so einfach ist, weiliich keine geeigneten Karten zur Verfügung habe.Im normalen Atlas sind nur die größeren Orte angegeben. Ich habe den Eindruck, daß ihr eine sehr schöne Reise erlebt und im weiteren Verlauf noch erleben werdet, noch dazu mit anscheinend sehr angenehmen Reisebekanntschaften.. Da kriegt man direkt Lust etwas zu unternehmen… aber für so einen alten Deppen wiem mich sind das natürlich nur Illusionen. Ich habe den Südteil Norwegens und Schwedens nur von der Seeseite per Segeltörn kennen gelernt, war auch sehr schön. Wie soll es denn weitergehen? Wenn ihr zum Nordkap wollt, müßt ihr ja irgendwo das Gebirge überwinden um an die Westküste Norwegens zu gelangen. Mir hat der Norden damals sehr gefallen. Diese rel.dünne Besiedlung, die schönen bunten Holzhäuser und die stimmungsvolle Mitternachtssonne…Ihr macht das schon richtig. Nutzet die Zeit aus, solange ihr noch etwas unternehmen könnt. Die Zeit fliegt so schnell vorbei, daß es auf einmal zu spät für viele Unternehmungen ist, weil die körperliche Konstitution nicht mehr ausreicht
    Wir wünschen euch viel schönes <wetter, viel Unternehmungslust, Glück sowieso,Gesundheit,viele nette Bekanntschaften. Macht´s gut.
    Bis zum nächsten mal mit ganz herzlichen Grüßen
    euer
    Heinz und Claudia

    Das Unterstreichen der Zeilen ist unbeabsichtigt, eine Tücke des Computers. Ich weiß auch nicht wie ich das wegbringe, bitte um Entschuldigung.

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