drangehängt…

haben wir noch einen Tag, den wir, wie die anderen auch, mit Wandern,FullSizeRender Erzählen und Kochen und Essen verbringen.FullSizeRender
Robby und Jacqueline laden wir dazu und, wie soll es anders sein, wird es wieder ein toller Abend, naja, Morgen…! Pläne für ein gemeinsames Im-Sand-Steckenbleiben werden geschmiedet, naja…

Heute beginnt Ramadan, und zwar so rrrichtig. Es gibt weder Wasser noch Elektrizität (was nicht zwingend in Zusammenhang gebracht werden muss …)! Alles ausgefallen! Das wäre nicht weiter schlimm, aber niemand kann es reparieren, denn es ist Ramadan – und alle schlafen und das noch lange..! Madame beauftragt einen CampMitarbeiter, zumindest einige Kanister mit Wasser aus dem Tank, der übrigens alle 2 Tage per Lastwagen aufgefüllt wird, bereit zu stellen, was er schubkarrenweise auch erledigt. Kurzentschlossen packen wir nach dem Frühstück doch zusammen, wir haben das Gefühl, weiter zu müssen. Es war eine wirklich kurzweilige Zeit mit allen, aber nach 4 Tagen drängt es uns. Über die miese Straße nach Tiznit biegen wir östlich in Richtung Tafraoute ab. Es geht in die Berge über Bubbels und durch Löcher und in eine immer wilder werdende Landschaft. Kein Mensch unterwegs, kaum Dörfer, nur phantastische rote Granitfelsen und früchtetragende Arganienbäume. Und Hitze gibt’s auch. Am frühen Nachmittag erreichen wir Tafraoute bei 42 Grad, finden einen Übernachtungsplatz und wollen aber doch noch ein bisschen die Umgebung erkunden. Durch Ramadan hat sich das komplette Leben verändert. Alle Straßenkneipen haben geschlossen, so dass dort eben auch keine Marokkaner mehr zusammen sitzen, und in den wenigen geöffneten Cafés sitzen die Männer – allerdings ohne irgendetwas außer ihrem Handy vor sich auf dem Tisch. Die Restaurants öffnen erst spät, das Gewusel in den Gassen ist deutlich weniger geworden. Während des Ramadan essen die Muslime ausschließlich zwischen Sonnenuntergang gegen 19:45 Uhr und Sonnenaufgang so gegen 5 Uhr. Zudem wird in dieser Zeit die Sommerzeit ausgesetzt, damit die Gläubigen eine Stunde früher etwas zu essen, besonders aber zu trinken bekommen. Da dieses Treiben aber für uns die Faszination in Nordafrika ausmacht, müssen wir uns erst daran gewöhnen.

So fahren wir zu den ‚Blauen Steinen’, das Kunstwerk eines Belgiers, der einige etwa 30 m hohen Felsen in den Farben blau, rot, schwarz und violett bemalt hat. Sie sollen den Einklang von Natur und Himmel darstellen, ein sicherlich schönes Farbspiel mit Licht und Schatten. Man kann über diese Art von ‚Kunst’ unterschiedlicher Meinung sein, mit diesem Hintergrund allerdings gefällt es uns gut! Leider gibt es zu viele Idioten, die sich dort namentlich verewigen, Felsen entfremden und Graffitis aufsprühen. Wir machen uns auf den Rückweg, nicht ohne vorher ein bisschen durch den lockeren Sand zu fahren, das macht der Dicke ohne Mucken – und Hitten auch! John hat uns vorher beauftragt, in der Marokkozeit mindestens einmal ‚stucked’ zu sein, wegen mir muss das nicht passieren!! Wir daddeln langsam zurück – mittlerweile sind es nur noch 38 Grad 😉 – kochen das Abendessen und lassen uns garen. Und garen danach weiter. Schlagartig kühlt es auf 35 Grad runter, duschen gehen, ohne abtrocknen ab innet Bett und schlafen. Wir machen die Fliegengitter weg, damit wenigstens ein klein wenig unbewegte Luft ins Auto fällt. Guter Plan eigentlich, aber bei Trilliarden Mücken eigentlich doch nicht. Licht an, Mücken suchen und finden, erlegen, Licht aus. Des Gstochenen Not ist der Mücke ihr Tod. Das Spiel spielen wir längere Zeit, es langweilt mich allerdings. Nachdem die letzten blutigen Flecken und Biester gegen Morgen entfernt sind, klappt’s dann doch mit dem Einschlafen, gefolgt von zügigem Erwachen! Nicht nur, dass allmorgendlich gegen 5 Uhr der Muezzin die hiesige Welt zum Gebet ruft, was uns überhaupt nicht stört! Eine Stunde vorher ertönt ein lauter, klagender Gesang, den wir nicht deuten können, aber wie auch der Muezzin, wird’s über mehrere Lautsprecher, übertragen. Irgendwann ist’s dann normale Aufstehzeit…!

Ziemlich gerädert, aber gespannt auf die nächsten Erkundungen machen wir uns auf ins nördlich gelegene Ammelntal. FullSizeRenderFullSizeRender Es ist dadurch besonders, dass es sehr ursprüngliche Berberdörfer hat, die sich wie unwirklich in die Granitfelsen ein- und anschmiegen.
FullSizeRenderTrotz ehrlichen Interesses spielt das Wetter gegen uns. Es ist völlig diesig und dunstig, man kann kaum etwas erkennen. Wir fahren diese Runde zu Ende, wissend, es gibt ein nächstes Mal! So schließen wir die Fahrt ins benachbarte Ait- Mansour-Tal an. Auch eine wunderbare Kulisse mit steilen, roten Granitfelswänden, unterhalb Palmen, Oliven und Arganien, aber die Natur hat ihre eigene Laune. FullSizeRenderDiesmal hängen die Zweige so tief, dass ich einige Male aussteige, um Stämmchen aus dem Weg und vom Auto zu ziehen. Manch einem mag’s egal sein, uns halt nicht. Wir verlassen die idyllische Schlucht und machen uns auf den Weg Richtung Norden. Die vorher als sehenswert beschriebene Straße erweist sich als eine durchlöcherte, enge, baustellendurchzogene Piste. Ehrlich, nach 6 Stunden NervFahren suchen wir den nächstgelegenen Platz. Der ist wenigstens komplett blöd und bietet alles, was man sich nicht wünscht. EGAL!

Essaouira oder Marrakech? Nach längerem Abwägen, Hin- und Herüberlegen und Weiterplanen entscheiden wir uns morgens für Essaouira, danach Marrakech. FullSizeRender Die Straße ist gut befahrbar, was manchmal einfach schön ist. FullSizeRender Nach ein paar kleinen Stopps finden wir in Essaouira in einer Seitenstraße einen Parkplatz und dackeln durch den Ort.

Er ist sehenswert und zieht aufgrund seines Status als Weltkulturerbe der UNESCO etliche Touristen an, die insbesondere im Winter die Stadt belegen. Dies wiederum bewirkt, dass die Altstadt, bis auf die wirklich sehr schöne und ursprüngliche Marktstraße,

mit Souvenirläden und Bettlern gesättigt ist. FullSizeRenderFullSizeRender Fenster der Häuser sind blau oder gelb umrandet, es gibt (trotz allem) einen schnuckeligen Markt innerhalb der Stadtmauer.
Eins der Stadttore führt zum Meer, wo ein Fischer für einen Lidschlag nicht auf seine gerade geangelten Sardinen aufpasst, die Möwen allerdings sehr wohl! So glauben wir bald, einen Eindruck bekommen zu haben und entscheiden uns für die Weiterfahrt. Auf grüner Wiese, in Kühle und entspannender Ruhe verbringen wir die Nacht.

Ausgeruht und zerstochen geht’s vormittags weiter, vorbei an Bäumen mit erstaunlichem Bewuchs!

Die Landschaft ist unendlich trostlos, FullSizeRenderEinöde, Steinwüste, trotzdem mit für uns besonderem Reiz. Und plötzlich taucht eine Ziegen- oder Schafherde mit 2 Hunden und Hirten auf, die uns wieder zuwinken. Im Nirgendwo stehen Zelte, in denen Familien wohnen, Kinder spielen Fußball mit Wassertonnen. Es ist so, als sei es eigentlich normal und in Ordnung so, nur wir können das nicht beurteilen.

Wir tauchen ins hektische Marrakech ein, es gibt einen riesigen Melonenmarkt, LKW-Fahrer laden gnadenlos mitten auf der Straße ihre grünen Melonen ab und schlichten gelbe vom Nachbarn auf, Hupen werden Langzeit getestet. Großstadtcharakter? Einkaufen, schwimmen, kochen und fertig ist’s für heute. Allerdings erkennen wir erstaunt, dass die Mode auch bei Huhn-Hühnern (nicht nur bei FullSizeRenderMensch-Hühnern) angekommen ist: Leggings sind in! Hitten entdeckt seine Begeisterung für diese besondere Lady, spricht und flirtet mit ihr, lädt sie gar zum Essen ein – und ich sitze daneben!!! Das schicke Gör lässt nicht locker, meine lange aufgesparten Salzstangen werden verfüttert, Huhn-Hühnchen frisst Hitten aus der Hand! Wenn der Chef-Hahn kommt, verschwindet es kurz, taucht aber flux wieder auf. Und dabei ist noch nicht einmal Sonnenuntergang!

Zum Frühstück gibt’s Kaffee und die Landkarte, anschließend Bude aufräumen und Wasser wexeln, denn morgen fahren wir weiter. Betti und John kommen an, die mit amerikanischen Motorradfahrern verabredet sind – die wir wiederum vom letzten Aufenthalt hier kennen – die Welt der momentanen MarokkoBesucher ist ziemlich klein. Abends zieht es uns durch Marrakech, um das erwachende Leben während des Ramadan kennenzulernen. Lange vor Sonnenuntergang wissen wir genau, was wir essen werden: Mixed grill, Calamares, doppelte Pommes. Jeder.

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Ein Kommentar zu “drangehängt…

  1. Liebe Weltenbummler, habt Dank für den neuesten Reisebericht. Ihr müßt ja schon eine gute Konstitution haben,wenn ich so lese was Ihr an Hitze und Mücken aushalten müßt, aber Ihr meistert das hervorragend. Na ja, bei der jahrzehntelangen Erfahrung. Es ist beruhigend, daß Ihr keine schlechten Erfahrungen mit Betrügern und anderen Menschenfreunden machen müßt.Der Mercedes scheint auch von der zuverlässigen Sorte zu sein, der muß la allerhand an schlechten Wegeverhältnissen aushalten. Wettermäßig habt Ihr hier nichts versäumt.Wir leben hier in einer regelrechten Schlechtwetterperiode mit sehr viel Regen und vielen Überschwemmungen, zum Glück sind wir von den letzteren nicht betroffen. Wir wünschen Euch weiterhin viel Glück und Freude auf allen Wegen und Straßen.Bis zum nächsten mal
    mit herzlichen Grüßen von Kontinent zu Kontinent (jawohl!)
    Eure
    Heinz und Claudia.

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