geputzt…

haben wir nicht nur die Zähne, sondern auch das innen ziemlich eingesandete Auto, so dass nun auch nichts mehr zwischen den Zähnen knirscht.  Die knarzende Tür versucht Hitten zu reparieren, wir sind gespannt. Bei Nieselregen und grauem Himmel dackeln wir doch noch rauf ins Dorf Sidi Ifni. Den Büchern zufolge seien die in spanischem Stil erbauten Art-déco-Häuser renoviert und blau-weiß gestrichen worden.

Vielleicht liegt es am Wetter, aber wir finden es einfach nur schade, dass alles eher trist erscheint. Die Häuser verfallen zunehmend, Säulen, die Geländer stützen sollen, bröckeln auseinander, von ’hergerichtet’ können wir nicht viel erkennen.
Mehr oder weniger enttäuscht fahren wir erst einmal nach Agadir. Das Wetter bleibt grau, die Straße schlecht, die Tür knarzend! Wir gehen ausgiebig einkaufen und finden 12 km außerhalb von Agadir einen wunderhübschen, unstaubigen, sauberen und kühlen Platz, das „„Paradis Nomade“. Schnell reift der Gedanke, hier ein bisschen zu verweilen. Wir treffen Ulli und Marianne wieder, die wir vor 2 Wochen in Zagora kennengelernt haben. Es gibt erneut ein Problem mit der Solarladeanzeige; Ulli gibt uns zunächst eine passende Sicherung, recherchiert im Internet und findet heraus, dass nach einer Stromunterbrechung der Batteriecomputer 24 Stunden Landstrom benötigt. Kann er  haben! Nach dem Abendessen hocken wir uns zusammen und verbringen gemeinsam einen amüsanten Abend.

Morgens machen wir vier uns auf den Weg in eine nahegelegene Schlucht, was traumschön ist. FullSizeRenderAm ausgetrockneten Flussbett entlang, das wir, dem Pfad folgend, immer mal wieder queren müssen, wandern wir und sind richtig froh, dass sowohl die Temperatur als auch das Gelände diese Aktion zulassen. Ulli hilft uns mit seiner Maroc Telekom-Karte aus, wir laden das Guthaben unseres iPads auf und stellen fest, dass wir über eine Verbindung von Navi zu Laptop (soll heißen zwischen BaseCamp und dem Garmin) bestens all unsere täglichen Fahrten verfolgen können – schön, dass wir es fast zum Ende der Reise mitbekommen… -!

Die Beiden haben Email-Kontakt mit einem Pärchen aus England, sie kennen sich zwar nicht persönlich, haben sich aber hier mit ihnen verabredet. Und da kommen sie tatsächlich, auch mit einem großen Mercedes Truck, wie ihn auch Ulli und Marianne fahren. FullSizeRenderBetty und John, FullSizeRender zwei spindeldürre, extrem sympathische Menschen, entspringen dem LKW, stellen sich vor und erwähnen en passant, dass sie fast 4 Jahre unterwegs sind. Das ruft bei uns die Frage auf, ob wir uns denn das auch vorstellen könnten. Unter welchen Bedingungen? Haben wir alles richtig gemacht? Hätte unser Leben anders verlaufen sollen? Ist noch irgendetwas in dieser Richtung möglich? Marianne lädt zum Sundowner aus frisch gepressten Orangen, Tonic und ein wenig Gin, der Einstieg in eine gemütliche 6er-Runde. Irgendwann kommt Robby, der Besitzer des Paradieses dazu, zeigt uns Fotos seines fetten MAN, den er mehrmals als Begleitfahrzeug bei der Rallye Paris-Dakar steuerte, bevor er nach einem 3-fachen Überschlag und dem daraus resultierenden RallyeFahrVerbot seiner Frau sich eher der sicheren Aktivitätsvariante zuwendete. Sein Highlight ist allerdings ein Sieg ausgerechnet bei der nur einmal gefahrenen Rallye von Paris nach Capetown auf einem 6×6-Truck.

Hitten macht den ausgezeichneten Vorschlag, jeder bringe sein schon lange vorbereitetes Abendessen und seine Gabeln mit,

alles kommt auf den Tisch, und wir speisen fürstlichst und vielseitig! Am Ende ist es ein wirklich spezieller und saulustiger Abend.

Mehr oder weniger ausgeschlafen treffen wir uns morgens wieder und beschließen nach einigen Tassen Kaffee und der Gewöhnung an den hellen Tag, FullSizeRenderdie Schluchttour zu gehen. FullSizeRenderFullSizeRenderJohn schläft noch, so machen wir 5 uns auf den Weg.  Hitten und ich       FullSizeRendergehen bis zum Talschluss und erfreuen uns auf dem Rückweg an Schaf- und Ziegenherden, wobei die Ziegen sich großteils ihre Nahrung – in den Bäumen stehend – in Form von Arganfrüchten abreißen.FullSizeRender Nachmittags geht jeder seiner Berufung nach, also Nixtun, Lesen, Schlafen oder Blogschreiben…! So macht es das Reisen mit Anderen sehr angenehm, nämlich nicht ständig quatschen zu müssen! Das Abendessen steht nun im Fokus der heutigen Ereignisse!IMG_5339

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Ein Kommentar zu “geputzt…

  1. Liebe Cornelia,lieber Gerhard
    Nun seid Ihr ja in der richtigen Gesellschaft gelandet–High Life in der Fremde! Das ist doch mal was anderes und hat sicher seine Reize. Aber so ein Leben über vier Jahre durchhalten, da hätte ich schon gewisse Bedenken, ganz abgesehen davon, daß die Finanzierung eines solchen Unternehmens ein sehr schwieriges und grundsätzliches Problem wäre, aber wer ko der ko. Jedenfalls Carpe diem! Hoffentlich bei schönem Wetter. Wie soll es denn weitergehen?Ein Vordringen in salafistische Regionen würde ich als unnötig riskant finden.Wir wünschen Euch weiterhin gute Reise bei voller Gesundheit und ohne Reparaturen!
    Eure
    Heinz und Claudia.

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