hochzufrieden…

Da glaubste, das wird alles nix, aber durch die Fügung Allahs oder Abdullahs oder meiner Genialität geschuldet läuft die Sache! Nur nicht dran rühren…

Mit viel Arbeit eines aus 80km Entfernung angereisten Mechanikers und 40€ InstandsetzungsObulus funktioniert das Solarpanel, alles ist gut. Abends gibt es bei Momo im Laden eine wunderbare Tajine mit Hühnchen, Wasser und frisches Brot. Wir erfahren eine ganze Menge über die verfallene, nahegelegene Kasbah, die wir uns noch anschauen werden. Abdullah,IMG_9658 der Vater von Mohamed, läd uns am Freitag für 14:10 Uhr zu Couscous mit Hühnchen und Hammelfleisch ein, ein köstliches Essen mit vielen verschiedenen Gewürzen, das häufig freitags nach dem Gebet gegessen wird. Das Couscous dauert, bei marokkanischer Zubereitung, 5 Stunden! DSC_1882Wir trinken einen abschließenden Kaffee und verzotteln uns auf unser Plätzchen.
Dort führen wir lieb gemeinte Diskussionen mit Momo, der uns überzeugt, einen weiteren Tag zu bleiben. Wir sollen uns ganz in Ruhe die Kasbah anschauen, am Fluss entlang laufen und schöne Bilder machen, und
zum feierlichen Abschluss unserer Zeit bei ihm möchte er mit uns gemeinsam eine Tajine am Auto zelebrieren. Das können wir nicht ablehnen!

So machen wir uns am Samstag auf den Weg, am Flüsschen entlang,IMG_9684 vorbei an  jungen singenden und trommelnden marokkanische Studenten zur Kasbah. Die taube Frau am Fluss wäscht mit einer wahren Hingabe ihr Zeux, winkt und ist begeistert, als ich sie frage, ob ich sie fotografieren darf. Sie scheint sich darüber zu freuen, dass sich jemand genau für SIE interessiert! Sie weist uns den Weg weiter zur Burg und wendet sich stolz wieder ihrer Arbeit zu. Über eine Brücke aus 2 nebeneinander liegenden Palmen – in der Mitte mit Lehm verbunden – überqueren wir das Rinnsal.

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Das Bollwerk aus Lehm, Strohhalm und Kieselgemisch IMG_9724ist schon imposant! Bei starken, wenn auch seltenen Regenfällen wäscht sich die Burg aus, verfällt langsam und muss, so genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, restauriert werden. Der amtierende König ist sehr bemüht, die Menschen in dieser Hinsicht zu unterstützen, auch darin, ihnen den damit verbundenen Kulturerhalt zu verdeutlichen. Ein bisschen kann da der Tourismus positiv beitragen…

Das versprochene gemeinsame Tajinezubereiten mit Momo und einem Freund ist großartig!FullSizeRender Auf marokkanisches Zwiebeln-in-der-Hand- zersägen, Hühnchen mit drei Händen halten und auseinander schneiden, Auberginen und Zucchini zu einem Kegel aufschlichten, es macht einfach Spaß! Und, nach 2 1/2 Stunden köcheln, einem total eingesauten Kocher und einem Glas Rotwein mit allen (!!) gibt’s ein denkwürdiges Essen! Nach Spülen und Aufräumen kommen die 3 Burschen mit ihren Trommeln und Rasseln und geben ein Konzert. Es kommen aus dem Nirgendwo  alte Bauern dazu, und alle trommeln, rasseln und singen! Es ist wirklich sehr berührend! Ein Pläuschchen zum Abschluss, und der Kreis löst sich langsam auf.

Am nächsten Morgen fahren wir weiter nach Rissani, IMG_9699wo es einen großen Esels-, Kuh- und Gemüsemarkt gibt. Wir parken und werden sofort von einem Jungen abgefangen, der uns das Städtchen zeigen will. Wir haben keine Lust auf Diskussionen, ich hab‘ außerdem gelesen, dass es sich gerade dort anbietet, sich die unterschiedlichen Bereiche von einem Ortskundigen zeigen lassen sollte. Also gut, und der Tourismus unterstützt hier mit 2€ für den wirklich netten und kompetenten Bub… Wir beginnen unsre Runde beim Eselsparkplatz, FullSizeRender richtig mit Parkgebühr, wie sich das gehört! Nebenan findet der Eselsmarkt statt,  für 1400 € gibt’s schon ein gutes Eselchen, das hier ausschließlich als Arbeitstier genutzt wird. Weiter zum Kuh- und Schafmarkt und durch den Souk, der überdacht und total wuselig ist.IMG_9721 Endlich kann ich mein marokkanisches Tajine- und Couscousgewürz und Safran kaufen, beim Marktmann nebenan dann auch den von Mohamed empfohlenen Tee. Durch die Medina weiter landen wir nun doch beim Teppichverkäufer, der uns erst einmal zum Tee einlädt und dann seine wirklich schönen bunten Teppiche ausbreitet. Natürlich will er verkaufen, ich handele von 380€ auf 120€ runter, wir machen ihm aber insgesamt deutlich, dass wir nicht kaufen wollen. Kein Problem, er bleibt weiter sehr freundlich, wir verabschieden uns fahren weiter nach Merzouga, endlich in die echte Sahara! FullSizeRenderWir lassen uns Zeit mit der Suche eines Übernachtungsplätzchens und entscheiden uns für die Kasbah Mohayout. IMG_9775FullSizeRender
Im hinteren Bereich ist der Stellplatz, ummauert, was uns den staaarken Wüstensand etwas abhält. Es gefällt uns saugut, eine richtig nette Station mit liebevoll angelegtem Innenhof, schattigen Sitzplätzen und IMG_9756immer heißen Tee mit Minze. Abends essen wir dort ein opulentes Menu mit mehreren Vorspeisen, Suppe, Tajine, Couscous und Nachtisch für 10€/Nase. Top!

Der nächste Tag führt uns kreuz und quer durch die Wüste, FullSizeRender wir versuchen uns im Sandfahren und haben ein gutes Gefühl, allerdings macht uns der heftige Sandsturm schon zu schaffen.  Die Orte drücken  Verlassenheit und Einöde aus,  man kann sie fast anfassen. Trotzdem hat das alles einen ganz besonderen Charme. Abends gibt’s wieder lecker Essen und alles ist gut.IMG_9814

IMG_9822Der Sturm wird schon morgens so stark, dass man kaum die Autotür halten kann, und so beschließen wir, wieder ein Stück nördlich zu fahren, kaufen auf dem Markt in Erfoud ein bisschen ein, FullSizeRender  allerdings kein Fleisch… Die Entscheidung, Kuhkopf oder nur Haut konnten wir nicht treffen!                                                         Wir landen kurz vor Meski in einer Oase auf dem Camping Tissirt mit weniger Sturm und richtig gemütlich. Und da klappt’s dann plötzlich mit dem Bloggen, fast…! Kochen und fertig.

Wir lernen zwei ganz süße Ulmer kennen, die schon viel gereist sind. So verbringen wir den Vormittag mit Erzählen und Nixtun, was auch nicht schadet. Und dann gibt es endlich Spaghetti!

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Ein Kommentar zu “hochzufrieden…

  1. Liebe Fahrensleute! Soeben haben wir das neueste Kapitel Eures Reisebuches gelesen und staunen über die vielen engen Kontakte zu den Einheimischen, wirklich sehr interessant. Und guten Appetit! Meine Hochachtung vor Eurem Wagemut. Ich weiß nicht ob ich in der Lage wäre alle möglichen Bedenken auszuschalten und in einem fremden Land mit ganz fremder Kultur so genüßlich in´s unbekannte Blaue hinein zu reisen ? Aber man kann ja alles lernen (im nächsten Leben). Andererseits habe ich ja auf dem Wasser auch schon Excursionen in´s Unbekannte unternommen und das war wunderbar. Wenn Ihr so weitermacht, dann werde ich mir noch eine Karte von der Sahara zulegen müssen im Maßstab 1:50ooo, um Eurer Forschungsreise folgen zu können, Wir wünschen Euch weiterhin nur schöne Erlebnisse, In Gedanken sind wir oft bei Euch, ich hoffe,Ihr spürt das auch. In freudiger Erwartung des nächsten Expeditionsberichtes mit vielen herzlich Grüßen
    Eure
    Heinz und Claudia.

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